Montag, 25. April 2016

Selbstermächtigung als Frau

Ein großes Herzensanliegen ist für mich die Selbstermächtigung der Frau.
Selbstermächtigung ist das Gegenteil von Resignation.
Gerade für die Frau über 50 geht es ums Durchstarten und somit darum, ihre Lebenserfahrung in die Welt zu bringen. Es ist die Zeit der geistigen Reife, der Strahlkraft, die von innen kommt.

Unser Körper braucht mehr Aufmerksamkeit, Bewegung und Entspannung. Es ist die Zeit der Zipperlein, evtl. auch die Zeit, in der wir schon durch schwerere Krankheiten  gegangen sind.
Es ist die Zeit Überflüssiges zu verabschieden, das Glück zu fühlen und das Leben voll anzunehmen. Es ist die Zeit zu wissen, was Frau gut tut. Selbstermächtigung heißt auch die Unabhängigkeit vom Mann. D.h. nicht den Mann zu verbannen, sondern mit ihm in ein Verhältnis jenseits von Vorwurf und Erwartung einzutauchen und klar zu kommunizieren, was Frau fühlt.

Das Patriarchat hat uns fast alles von unserer Macht geraubt. Sowohl Frauen wie auch Männer haben dazu beigetragen. Es gibt nur wenige Länder, in denen sich Frauen einigermaßen frei entfalten können. Die weibliche Macht der Tiefe, des Lebendigen, des Lebenerhaltenden kann nur dann wieder zum Erblühen kommen, wenn wir Frauen uns unabhängig machen und Verantwortung übernehmen.
Die Ehe und Monogamie ist eine Erfindung des Patriarchats. Die Frau wurde zum Besitz des Mannes und ihm untergeordnet.

Ob im Familienleben oder in der Geschäftswelt sind Frauen bis heute größtenteils benachteiligt. Sex, Familie und finanzielle Versorgung, wie fast immer in der Ehe, sind aneinandergekoppelt. Eine fatale Vermischung. Es gibt kaum noch kraftvolle, liebende Männer, die erwachsen werden wollen oder sind. In Beziehungen sind es meistens die Frauen, die die Männer emotional füttern und dabei ihre Energie verlieren. Oder umgekehrt behalten Frauen die Mädchenrolle bei und suchen den Papa in der Beziehung. Enttäuschungen sind vorprogrammiert und Frauen können zu wahren Furien werden. Das läuft bei Frauen oft raffinierter und subtiler ab, als bei Männern. Männer werden eher gewaltsam, wenn sie an ihre Angst kommen.

Wir Frauen sind es, die sich wieder auf ihre ureigene Macht besinnen und unseren Körper voll und ganz in Besitz nehmen können. Was liegt dafür näher, als uns auch mit den unteren Chakren zu beschäftigen. Damit meine ich die reale Berührung in den unteren Chakren, die volle Annahme unserer Körpersäfte und unser Verhältnis zur Sexualität überhaupt.

Das Wurzelchakra ist das erste Chakra des Körpers und befindet sich am Damm, zwischen den Genitalien und dem Anus sowie dem Steißbein. Es bildet eine wichtige Basis für die Entwicklung der weiteren sechs Chakren, d.h. von ihm aus kann die Energie in alle weiteren Chakren aufsteigen. Sein Element ist die Erde. Es steht für unsere Vitalität, Lebenskraft, Überleben, Sicherheit, Körperlichkeit und wie wir im Leben stehen.

Das zweite Chakra ist das Sakral-oder Sexualchakra. Es befindet sich auf Höhe der Hüftknochen, etwa eine Handbreit unter dem Bauchnabel. Sein Element ist das Wasser. Es steht für den Fluss der Lebensenergie, das Erfahren der Welt, Lebendigkeit, Verlangen/Begehren, Lebensfreude, Emotionen, Lust, Sexualität, Kreativität und schöpferische Kraft.

Wollen wir Frauen etwas in dieser Welt bewegen und für unser eigenes Glück einstehen, kommen wir nicht umhin, uns selbst zu ermächtigen. Unsere Mitte ist der Anker zu uns selbst, aber auch in die Welt. Sind wir in uns verankert und stabilisieren wir uns in unserer Mitte, sind wir unkorrumpierbar und weniger anfällig für problematische Situationen. Wir sind entscheidungs- und handlungsfähig und lassen nichts mehr unterhalb unserer Selbstachtung zu.

Es ist der Austritt aus Selbstmitleid, Bequemlichkeit und dem Hegen aussichtsloser Hoffnung. Gerade wir Frauen sind Meisterinnen im Schönreden und Leugnen.
Es geht nicht darum heldenhaft die eigenen Themen zu verdrängen, sondern sie zuzulassen und anzuschauen. Manchmal ist es gesünder zu kapitulieren, als etwas aufrechtzuhalten, was uns nicht gut tut. Kapitulation heißt in dem Sinne zuzulassen, nicht mehr weiter zu wissen und auch erstmal nichts mehr zu definieren. Das schafft Freiraum in uns, aus dem heraus sich Neues gebären kann.

Halten wir nicht fest an destruktiven Beziehungen, sondern übernehmen wir Verantwortung für uns selbst und unsere Kinder, dann hilft die Welt mit. Schalten wir auf Empfang, nehmen uns Zeit zum Innehalten, können sich Wunder ereignen und Unterstützung kommt von ganz unerwarteter Seite.

Körperarbeit und Liebe


In meiner Tantramassagepraxis arbeite ich viel mit Frauen, die u.a. Einschränkungen in der Lust nach Geburten haben, oder in der kraftvollen Phase des Wechsels richtig durchstarten wollen. Es ist auch die mutige Phase, mehr fühlen zu wollen, sich mehr auszudehnen, erreichbarer zu machen und in der Vollmacht zu sein, die eigenen Grenzen klar abzustecken. Es ist die Phase sich mit der eigenen Lust unabhängig zu machen von einem Gegenüber. Dadurch ist es gerade möglich sich mehr einzulassen und hinzugeben. Die Lust vertieft sich, ist nicht mehr so heiß, wie auf einem Vulkan, sondern eher wie ein ekstatisches Erdbeben, welches sich lange hinziehen kann. Über unseren wundervollen Körper und empathische Berührung können wir viel über unsere Sexualität lernen.

Empfängerin sein


Wir sind in der Lage auf allen Ebenen zu empfangen. Richten wir unseren Geist in die Weite, ist auch altes Frauenwissen abrufbar. Besonders kraftvoll ist es an alten matriarchalen Kultplätzen. Wir dürfen es uns wieder erlauben uns zu öffnen. Mit Kraft, Entschlossenheit, Güte, Humor, Mut und einem unerschütterlichen Selbstwertgefühl ist es möglich ein Gedankenfeld zu schaffen, welches uns aus der Angst hin zu einem „Ja“ für das Leben führt. Liebe und Verbundenheit entsteht aus der Unabhängigkeit. So paradox das klingen mag, so wahr ist es. Ein freies Herz kann sich öffnen und die Liebe groß werden lassen. Diese Liebe läßt viel mehr zu und breitet sich aus. Es ist die Ekstase, die Stille und Präsenz des Lebens selbst.


Herzlichst, Eure Bettina